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Praxisratgeber · KI-Automatisierung

KI-Automatisierung an Kunden übergeben: Übergabepaket, Credentials und abrechenbare Positionen

Ein n8n-Export ist kein Übergabepaket: Die JSON-Datei enthält Credential-Namen, aber keine Secrets. Wer Import, Credential-Neuanlage und Instanz-Eigentum als eigene Positionen beschreibt, rechnet die Übergabe ab statt sie zu verschenken.

Das Wichtigste

  • n8n speichert Workflows im JSON-Format; exportiert und importiert wird über JSON-Dateien, alternativ per URL oder Copy/Paste. Die JSON-Datei ist der technische Kern der Übergabe, nicht ihre Vollständigkeit.
  • Exportierte Workflow-Dateien enthalten die Namen und IDs der verwendeten Credentials, nicht die Secrets. n8n fordert ausdrücklich auf, diese Angaben vor dem Weitergeben zu entfernen oder zu anonymisieren.
  • Der Kunde legt seine Zugangsdaten selbst an. Die Neu-Anlage der Credentials ist ein eigener Schritt, den der Workflow-Export nicht ersetzt.
  • Wer Credentials teilen darf, hängt an Plan und Rolle: in n8n Cloud auf allen Plänen, self-hosted erst ab Business und Enterprise. Instance-Owners und Instance-Admins sehen alle Credentials der Instanz.
  • Export, Bereinigung, Import beim Kunden, Credential-Begleitung, Einweisung und die Instanz-Eigentumsfrage sind Leistungsumfang. Wer sie im Angebot einzeln benennt, rechnet sie ab, statt sie am Projektende zu verschenken.

Direkte Antwort

Was gehört in die Übergabe einer KI-Automatisierung an den Kunden?

Ein Übergabepaket besteht aus bereinigten Workflow-Exporten, einer Credential-Bedarfsliste statt weitergegebener Secrets, der schriftlichen Instanz-Zuordnung, Doku und Einweisung. Import, Credential-Neuanlage und Einweisung sind eigene Positionen im Angebot.

1. Was gehört in ein Übergabepaket für eine KI-Automatisierung?

Ein Übergabepaket ist mehr als ein Ordner mit Workflow-Dateien. In das Paket gehören: der Export jedes produktiven Workflows, eine Credential-Liste mit Name, Zweck und Anbieter, die Zuordnung von Instanz und Accounts, die Kundenübergabe-Dokumentation mit Fehlerpfaden sowie ein Termin, in dem der Kunde Import und ersten Lauf selbst ausführt.

Keinesfalls hineingehören Secrets. Die Liste beschreibt, welche Zugangsdaten der Kunde anlegt und wo sie im Workflow stehen – ohne Schlüssel. Fehlt diese Trennung, entsteht ein Sicherheitsproblem oder Nacharbeit, sobald der erste Knoten fehlschlägt.

2. Was enthält ein n8n-Workflow-Export – und was fehlt darin?

n8n bietet im Editor-Menü Download als JSON, Import from File und Import from URL; Knoten lassen sich per Copy/Paste verschieben. Für Instanz-zu-Instanz nennt die Herstellerdoku die CLI: n8n-cli package erzeugt eine portable .n8np-Datei, die Ordner, Projekte und Referenzen mitnimmt und den Import prüft, bevor geschrieben wird – laut Doku Preview-Status. Der Server-CLI-Weg trennt Workflows und Credentials; die Doku empfiehlt den n8n CLI und will diese Befehle ablösen.

Was in der normalen Workflow-JSON fehlt, sind die Secrets. Die Datei trägt stattdessen Credential-Namen und -IDs; n8n warnt, dass die Namen je nach Benennung sensitiv sein können, und HTTP-Request-Knoten können Authentifizierungs-Header enthalten, wenn der Workflow aus cURL importiert wurde. Ein Export ist damit kein Übergabepaket für Zugangsdaten; die Datei selbst ist vor dem Versand eine Prüfstelle.

3. Wie werden Zugangsdaten übergeben, ohne Secrets preiszugeben?

Der Weg führt über zwei getrennte Listen. Du übergibst eine Bedarfsliste (Anbieter, Name im Workflow, Rechteumfang) und der Kunde trägt die Werte in seiner Instanz unter denselben Namen ein, damit die importierten Workflows die Einträge wiederfinden. Vor dem Versand werden die Dateien auf Credential-Namen und Header durchgesehen und wo nötig anonymisiert.

Freigaben sind planabhängig: n8n Cloud teilt Credentials auf allen Plänen, self-hosted erst ab Business und Enterprise; geteilte Credentials sind für Nutzende nicht einsehbar. Dass der Transfer gesucht wird, zeigt ein Thread im n8n-Forum – die Doku liefert keinen Standardweg.

4. Wem gehören Instanz, Account und Workflow nach dem Projekt?

Die Eigentümerschaft entscheidet über die Rechte, nicht die Rechnung. In n8n teilen Nutzende nur die Credentials, die sie selbst erstellt haben; Instance-Owners und Instance-Admins sehen und teilen alle Credentials der Instanz. Solange die Automatisierung auf deiner Instanz läuft, entscheidet deine Rolle über den Zugriff: Instance-Owners und Instance-Admins sehen und teilen alle Credentials der Instanz, der Kunde ist auf Freigaben angewiesen.

Der professionellere Pfad, eine eigene Instanz beim Kunden mit getrennten Umgebungen, ist an Bedingungen geknüpft: Git-basiertes Source Control und Environments stehen laut Herstellerdoku nur auf Business- und Enterprise-Plänen zur Verfügung, aktivieren können es nur Instance-Owner und Instance-Admins, Projekt-Admins dürfen pushen, aber nicht pullen. „Instanz beim Kunden" ist deshalb eine Angebotsentscheidung mit Plan- und Rollenfolge, keine Umstellung am Übergabetag. Wer die Instanz betreibt, zahlt auch deren Betrieb; die Aufschlüsselung steht bei den laufenden Kosten.

5. Welche Übergabeteile werden eigene Positionen im Angebot?

Die Übergabe gehört als eigene Leistungsblöcke ins Angebot statt in „Projektabschluss". Vier Positionen decken den technischen Teil ab: Export und Bereinigung der Workflow-Dateien, Import und Inbetriebnahme auf der Kundeninstanz inklusive Credential-Neuanlage, Einweisung in Betrieb und Fehlerpfade, Übergabeprotokoll mit Abnahmefrist. Je Position: Auslöser, Ergebnis, Abgrenzung.

Ein Festpreis pro Position hängt an Plan, Instanzgröße und Rollenaufteilung. Kalkuliert wird der Aufwand je Block wie die übrigen Arbeitspakete; das Gerüst liefert die Projekt-Kalkulation. Was nach der Übergabe an Pflege folgt, ist ein eigener Vertrag und steht beim Wartungsvertrag.

6. Woran erkennt man, dass die Übergabe vollständig dokumentiert ist?

Vollständig ist die Übergabe, wenn der Kunde ohne dich starten kann. Die Prüfliste: Jeder Workflow läuft auf der Kundeninstanz mit dessen Credentials. In den Dateien steht kein Credential-Name und kein Header aus deinem Projekt. Instanz, Accounts und Abrechnungsverhältnis sind schriftlich zugeordnet, Doku und Einweisung mit Datum bestätigt.

Mit der dokumentierten Übergabe beginnt die Frist, die zur Zahlung führt. § 640 BGB verpflichtet den Besteller, das vertragsmäßig hergestellte Werk abzunehmen; wegen unwesentlicher Mängel darf er sie nicht verweigern. Nach Abs. 2 gilt das Werk als abgenommen, wenn der Unternehmer eine angemessene Frist gesetzt hat und der Besteller sie nicht unter Angabe mindestens eines Mangels verstreichen lässt. Bei einem Besteller als Verbraucher greift diese Fiktion nur, wenn der Unternehmer zusammen mit der Aufforderung in Textform auf die Folgen einer nicht erklärten Abnahme hingewiesen hat. Wann eine Abnahme fällig ist, steht bei der Projekt-Abnahme.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zu der Übergabe einer KI-Automatisierung

Enthält die exportierte Workflow-Datei die API-Keys des Kunden?

Nein. Exportierte Workflow-JSON-Dateien enthalten die Namen und IDs der Credentials, nicht die Secrets. Problematisch bleiben Namen mit Kundenbezug und Authentifizierungs-Header aus cURL-importierten HTTP-Request-Knoten; n8n empfiehlt, beides vor dem Weitergeben zu entfernen.

Kann ich Credentials einfach auf die Kundeninstanz übertragen?

Für die normale Workflow-Datei ist das kein Mechanismus. Freigaben innerhalb einer Instanz setzen in n8n Cloud keinen besonderen Plan voraus, self-hosted Business oder Enterprise; geteilte Credentials bleiben für Nutzende nicht einsehbar. Der Transfer zwischen Instanzen wird in der Community seit Jahren diskutiert – ein eigener Schritt.

Was ändert sich, wenn der Kunde eine eigene Instanz bekommt?

Dann gehören Export, Import und Credential-Neuanlage auf seiner Seite zum Leistungsumfang. Umgebungen über Git-Branches setzt laut Herstellerdoku einen Business- oder Enterprise-Plan voraus; aktivieren dürfen es nur Instance-Owner und Instance-Admin.

Gilt die Übergabe mit der Abnahme als erledigt?

Die Abnahme ist der rechtliche Einschnitt, nicht der technische. Ein Übergabeprotokoll mit gesetzter Frist trennt „übergeben" von „abgenommen"; Pflege danach bleibt eine separate Vereinbarung.

Hintergrund

Quellen und weiterführende Informationen

Regeln, Preise und Funktionen können sich ändern. Stand dieses Beitrags: 30.09.2026.

Autor

EFF

EFF schreibt über KI-Tools, digitale Geschäftsmodelle und Automatisierung im Arbeitsalltag.

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